21.08.2012 -598-

Wir hockten in sicherem Abstand zu meiner Wohnung in Gritlis Dienstwagen und taten, was ich schon den ganzen Morgen zelebrierte: Kaffee trinken. Coffee to go, zum Mitnehmen, der alte Witz, hier noch ein wenig pointiert, da die Bäckerei gleich Café to go angeboten hatte. Wir waren denn aber doch mit zwei Bechern zufrieden gewesen. Derweil schnüffelte ein Sprengstoffhund namens Billy the Kid an meiner nagelneuen Kamera herum und kam irgendwie nicht zu Potte.
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20.08.2012 -597-

Der Mann, der sich Peter Petersen nannte, pfiff sich eins. Hatte doch alles prima geklappt. Harte Nuss, dieser Idiotendetektiv, aber letztlich eben doch ein Idiot. Hm, okay, die heiße Schweizer Kommissarin… auf die würde man achten müssen, die schien ein anderes Kaliber zu sein. Er betrat das Geschäft, drei Kunden waren vor ihm. Er hatte Heißhunger auf Würstchen, schon als Kind war das so gewesen. Wenn ihm etwas gelungen war, wenn er irgendjemanden verarscht, seinen Vorteil aus irgendetwas gezogen hatte, bekam er Hunger auf Würstchen. Wiener, Mettwürstchen, Käsewürstchen, Paprikawürstchen. Nur die mit Zwiebeln mochte er nicht. Das war abartig, pervers, eine totale Geschmacksverirrung, ein kultureller Verfall. „Zwei Wiener, bitte“, sagte er artig, als er endlich an der Reihe war. „Und, ach ja, noch zwei Käsewürstchen.“
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19.08.2012 -596-

Jetzt also stand er in natura vor mir: Peter Petersen, der stets freundliche und zuvorkommende Angestellte der Firma Knallefix. Er hielt mir etwas entgegen. Nein, es war nicht das Paket mit meiner Kamera. Es war ein Revolver. „Peng“ machte er und drückte ab. „Sehr witzig“, kommentierte ich. „Aber ich rauche nicht, sie können dieses komische Feuerzeug wieder ausmachen.“
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18.08.2012 -595-

Herr Petersen von der Firma Knallefix ließ sich Zeit. Vielleicht hatte er auf die Schnelle doch keinen freundlichen Passanten gefunden, der ein Foto von ihm machte. Ich traute es meinen Landsleuten durchaus zu. Oder aber – und wahrscheinlicher: Herr Petersen war Herr Schick und endlich auf den Trichter gekommen, in mir, Moritz Klein, vulgo Idiotendetektiv, seinen intellektuellen Meister gefunden zu haben. Jedenfalls stand ich nach zehn Minuten auf und kochte frischen Kaffee.
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17.08.2012 -594-

„Wow, das Objektiv ist wirklich klasse. Zoomt ganz elegant und ohne Übergänge, alles rattenscharf.“ Herr Petersen von der Firma Knallefix war begeistert. „Es ist auch bisher nichts explodiert. Soll ich das Teil jetzt mit meinem Handy fotografieren? Und was machen wir dann?“
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16.08.2012 -593-

Ich harrte hinter der Kühlschranktür der Dinge, die da kommen würden. Natürlich plagte mich ein schlechtes Gewissen. War es moralisch vertretbar, Herrn Petersen von der famosen Firma Knallefix einer Lebensgefahr auszusetzen? Ließ sich dies unter dem Überbegriff Berufsrisiko subsumieren, wie der Dichter sagt, so wie ein Rennfahrer damit rechnen muss, gegen eine Wand zu donnern, ein Steuersünder damit, dass sein Name auf eine Schweizer CD gerät, Frau von der Leyen damit, dass die FDP ihre Gesetze kippt und überhaupt jeder Politiker damit, dass man ihn für die von ihm angerührte Scheiße verantwortlich macht? Okay, letzteres konnte man streichen.
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15.08.2012 -592-

„Na, is ja komisch“, sagte Herr Petersen von der Firma Knallefix und schob ein „ne?“ nach. „Komisch?“ fragte ich, „definiere komisch.“ Petersen machte „hm“ und führte aus: „Na, Originalverpackung is das schon, aber die is schon mal geöffnet worden. Soll ich sie auch öffnen, oder glauben Sie mir auch so?“ Ich erhob mich vom Flurboden. Es wäre besser, ein paar Meter und Wände zwischen Herrn Petersen und mich zu bringen, bevor er die Packung öffnen würde. „Öffnen Sie“, ordnete ich an. „Aber warten Sie noch einen Moment. Haben Sie übrigens Angehörige, die man benachrichtigen müsste, falls Ihnen etwas zustoßen sollte? Nur mal rein theoretisch und interessehalber gefragt.“
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