Jetzt auch als E-Book!

Ja, auch die Adepten von Charles Dickens gehen mit der Zeit! Die ersten 100 Folgen des Projekts gibt es nun auch als E-Book im Amazonshop, für die Lächerlichkeit von 1,02 Euro! Kein Kaufzwang! Aber auch kein Kaufverbot. Hier zur Einstimmung das Vorwort.

Vorwort
Wer ist Edwin Drood und was soll das hier überhaupt?

Am Anfang eines jeglichen Rausches steht eine Schnapsidee. So beginnt die 100. Folge des „Edwin-Drood-Projekts“ und so hätte es auch schon in der 1. Folge heißen können, die am 22. November 2010 in einem spontan eingerichteten Blog (https://droodprojekt.wordpress.com/) veröffentlicht wurde. Den Rausch können Sie auf den folgenden Seiten miterleben. Es ist ein endloser Rausch, nein, korrekter: Es ist ein Rausch, dem die Ernüchterung des Todes folgen wird, eines schönen Tages (ich hoffe jedenfalls, er wird schön beginnen), wenn ein besserer Autor als ich befindet, es sei jetzt für mich Zeit, die Feder aus der Hand zu legen. Das ist schon anderen Autoren so passiert, zum Beispiel dem sehr großen Charles Dickens, der am 9. Juni 1870, der Legende nach am Schreibtisch sitzend, verstarb, ohne seinen letzten Roman vollenden zu können. Er heißt Das Geheimnis des Edwin Drood – und ist ein Kriminalroman.
Ein Kriminalroman! Ein Kriminalroman ohne Ende! Edwin Drood ist verschwunden, man sucht ihn, niemand weiß, was mit ihm geschehen ist. Und der Clou: Es wird auch niemand jemals erfahren. Seit über 140 Jahren gibt es Spekulationen über Droods Schicksal, es gibt verzweifelte Versuche, die Geschichte zu einem ordentlichen Krimiende zu führen (etwa Die Wahrheit über den Fall D. von Fruttero / Lucentini), doch wie man es auch dreht und wendet: Dickens‘ Buch bleibt ein Fragment.
Fragmente sind nichts Ungewöhnliches. Autoren wie Jean Paul oder Laurence Sterne haben sie sogar zur Kunstform erhoben, ein Ende war nie geplant. Bei Dickens verhält es sich anders, hier hatte der Tod das letzte Wort. Die Schnapsidee war nun die, beides zu verbinden. Von Anfang an einen Kriminalroman zu verfassen, der nie ein Ende haben würde – jedenfalls kein richtiges, sondern der mit dem Ableben des Verfassers als Fragment in die Geschichte der Absonderlichkeiten der Literatur eingehen würde.
Ein Kriminalroman also, in dem das letzte Geheimnis nicht gelüftet wird. So etwas ist eigentlich verboten. Genau deshalb sollte man es tun. Auch im vorliegenden Werk geht es um einen Verschwundenen – sein Name ist Georg Weber – und wir wissen nur eines definitiv: Sein Schicksal wird ungeklärt bleiben. Jeden Tag entsteht eine Folge der Geschichte und wird veröffentlicht, es gibt keinen Plan, geschweige denn einen vorgefertigten Plot, weder stilistische noch genretypische Vorgaben. Nur auf eines muss der Autor achten: Er muss seinen Leserinnen und Lesern nachweisen, dass er sie nicht betrügt, kein mehrtausendseitiges, in der Schublade ruhendes Manuskript peu à peu veröffentlicht und als spontan ausgibt. Deshalb hat sich der Autor verpflichtet, immer wieder Aktuelles aus der großen Welt der Politik, der Wirtschaft, des Sports, der Prominenz und so weiter in seinen Text einzuarbeiten. Stellen Sie sich das vor wie das Foto eines Entführten, auf dem dieser eine Zeitung von heute in die Kamera hält, um zu beweisen, dass er noch lebt. Aus diesem Zwang wurde nach und nach ein thematisches Strukturierungsmittel, ja, der sich langsam herausschälende Plot der Geschichte ist eine Reaktion auf die Aktualität der Ereignisse.
Nicht oft (aber doch) kam es auch vor, dass aus der Beiläufigkeit der Niederschrift und den dadurch unvermeidlichen Fehlern neue Handlungsstränge oder sonstige Umstände resultierten. So war etwa für die Wirtschaft Bauernschenke eine Wirtin Helga vorgesehen, die jedoch irrtümlicherweise irgendwann den Namen Monika annahm. Aufmerksamen Leserinnen blieb dieser bedauerliche Lapsus nicht verborgen – und ich rettete mich aus der peinlichen Situation, indem ich der Bauernschenke ZWEI Wirtinnen schenkte. Eineiige Zwillinge, Helga und Monika eben.
Überhaupt: Wie soll es möglich sein, die geforderte Logik eines Kriminalromans über JAHRE, wenn nicht Jahrzehnte (sollte ich wirklich so alt werden) aufrecht zu erhalten? Klare Antwort: gar nicht. Aber macht nichts. Sollten Sie in diesem Roman logische Fehler finden, Unstimmigkeiten, haarsträubende Anschlussfehler, so protestieren Sie erst gar nicht bei mir. Ich kann nämlich alles irgendwie erklären, gar kein Problem.
Unter uns: Das Edwin-Drood-Projekt ist vielleicht doch mehr als eine Schnapsidee. Eine wunderbare Gelegenheit nämlich, die Schreibhand des Krimiautors flexibel zu halten, verschiedene inhaltliche, dramaturgische, stilistische Dinge auszuprobieren. Daneben gibt es in diesem Text einige Fälle von gnadenloser Eigenwerbung und Kollegenlob, merkwürdige Sexszenen – und eine sich munter vermehrende Romanbevölkerung. Aber das werden Sie ja alles selbst lesen können. Hier und im Internet…
Ach ja… Warum all das nun als E-Book, wo man es doch im Internet umstands- und kostenlos nachlesen kann? Nun, aus Gründen der Bequemlichkeit vor allem. Jetzt, im April 2012, beträgt der Umfang des Projekts gut 500 Folgen, das sind knappe 800 Buchnormalseiten. Heißt: Sich von Klick zu Klick durch den Text hangeln, scrollen, klicken… Da ist eine leserfreundlichere Version einfach dringend notwendig, die ersten 100 Folgen jetzt und den Rest ganz bestimmt bald auch noch…

Dieter Paul Rudolph

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2 Antworten zu Jetzt auch als E-Book!

  1. Jürgen Priester schreibt:

    Der Link nach Amazonien tut´s nicht.

  2. Dieter Paul Rudolph schreibt:

    hm bei mir schon…

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